Fliegen mit Hund

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Bennie ist ein Shih Tzu, zwei Jahre alt und wiegt mit Tracker und Geschirr 7,85 kg. Er hat seinen eigenen Kopf und bleibt gar nicht gerne ohne uns. Vielleicht können wir ihn einmal mit nach Mallorca nehmen. Geht das überhaupt?

Bei Eurowings dürfen Hunde inklusive Tasche bis max. 8 kg in der Kabine mitgenommen werden.

Auf Mallorca unterhielt ich mich im Vorfeld mit einem Vielflieger, der stets mit kleinem Hund in der Größe von Bennie fliegt. Er berichtete nur Positives und konnte seinen Gefährten während des Fluges – mit Erlaubnis der Stewardess – auch schon das eine oder andere mal auf seinen Schoß setzen. Dadurch ermutigt, wollten wir es auch einmal versuchen.

Meine Recherche nach Erfahrungsberichten ergab, dass Hunde bei Start und Landung in der geschlossenen Box bleiben mussten. Für den Rest des Fluges konnten sie die Tasche aber von oben öffnen. Ich sah Fotos, wo der Hund außerhalb der Box im Fußraum saß sowie auf dem Knie der Besitzer.

Lt. Anruf bei Eurowings erfüllt die Tasche die Maße der Fluggesellschaft: 51x31x31 cm. Bennie kann darin stehen, hat genug Platz und kann sich bequem wenden. Die Tasche inklusive Hund wiegen etwas mehr als 8 kg, jedoch gibt es eine kleine Karenz. Vorschrift ist, dass der Hund den ganzen Flug über in der geschlossenen Box verbringen muss. Der Mitarbeiter von Eurowings teilte mir mit, dass ich die Box aber auch einmal auf den Schoß nehmen kann, wenn Bennie unruhig werden sollte. Er versicherte auch, dass der Hund nach dem Einchecken noch einmal Gassi gehen kann.

Eine Bodenpersonal-Mitarbeiterin eines anderen Flughafens warf einen Blick auf Bennie und die Tasche. Sie fand beide ok.

Als wir den Flug schließlich buchten, reservierte ich Sitzplätze mit Beinfreiheit sowie einen freien Mittelsitz.

Anschließend übten wir täglich Boxentraining. In der offenen Box blieb er gerne liegen. In der geschlossenen Box wollte er maximal 15 Minuten bleiben. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt und Hundetrainer bekam er ein leichtes pflanzliches Beruhigungsmittel für den Flug verschrieben.

Wir unternahmen besonders lange Spaziergänge und schränkten die täglichen Kauknochen ein. Dadurch nahm er etwas an Gewicht ab.

Hinflug

Wir checkten im März am Flughafen Düsseldorf ein, zeigten den Heimtierausweis vor. Die Versicherungspapiere hatten wir dabei, wurden aber nicht verlangt. Bennie musste bereits beim Check-in in die Box und wurde mit Tasche gewogen. Es sollte eine Banderole an der Tasche befestigt werden. Jedoch war das Gesamtgewicht zu schwer und die Tasche nach Ansicht des Bodenpersonals zu klein. Ich sollte deshalb eine andere Tasche am Ticketschalter kaufen. Dort gab es jedoch nur kleinere Taschen. Wir diskutierten mit der Purserin mit dem Ergebnis, dass wir den Flug umbuchen oder ohne Hund fliegen sollten. Nach endlosen 20 Minuten forderte sie uns auf, die Decke und das Spielzeug aus der Tasche zu entfernen und den Hund noch einmal in die Box zu stellen. Plötzlich passte alles und wir konnten fliegen.

Durch die Sitze mit Beinfreiheit konnten wir die Tasche im Fußraum vor dem freien Mittelsitz abstellen. Bei den normalen Sitzplätzen hätte das auf keinen Fall funktioniert. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte Bennie enorme Kräfte und kämpfte sich aus der Box heraus in den Fußraum. Die Stewardess bestand natürlich auf der geschlossenen Box (es waren 5 Hunde an Bord). Das Spiel ging hin und her. Sobald Bennie in der Box war, kämpfte er sich durch den oberen Klebestreifen wieder heraus. Er hatte keine Angst, denn außerhalb der Box verhielt er sich normal – abgesehen davon, dass er hechelte. Das machen Hunde als Druckausgleich. Dennoch schien er etwas gestresst zu sein, aber im Rahmen. Er nahm weder Leckerlis noch Wasser an. Die äußerst strengen Aufforderungen der Stewardess kann ich nicht zählen und waren mir sehr unangenehm. Doch was sollte ich machen. Bevor er sich an dem Reißverschluss-Zugband der Tasche beim Herauskämpfen verletzt, ließ ich ihn schließlich ganz kurz angeleint im Fußraum gewähren. Dort legte er sogar seinen Kopf ab – ein gutes Zeichen.

Auf Mallorca war alles toll. Wir wohnten an der Playa de Palma und fühlten uns alle drei sehr wohl. Eigentlich hatten wir das für Hunde zugelassene Hotel HM Balanguera Beach gebucht. Da dies noch geschlossen hatte, wurden wir in das 5* Hotel HM Ayron Park umgebucht.

Dort waren wir sehr zufrieden und können das Hotel auf jeden Fall empfehlen. Eigentlich sind Hunde in diesem Hotel nicht zugelassen. Durch die Umbuchung wurde er aber akzeptiert. Nach Rücksprache mit dem Manager durften wir die Mahlzeiten im Zimmer einnehmen. Denn es ist kein Vorraum wie in manchen anderen Hotels z.B. Balanguera vorhanden, in welchem wir mit Bennie essen können (er bleibt ja nicht alleine).

Wetter und Klima auf Mallorca sind im März ideal. Deshalb sind an der Promenade sehr viele Hundebesitzer unterwegs. Hunde dürfen bis zum 1. April an den Strand. So traf Bennie täglich viele Kumpels. Hunde sind dort in öffentlichen Bussen nur mit Tasche oder Maulkorb erlaubt. Deshalb unternahmen wir ein paar Ausflüge mit dem Taxi. In den Außenbereichen der Restaurants sind Hunde meist erlaubt. In den Innenbereichen ist es verschieden. Meistens hatten wir Glück.

Rückflug

Vor dem Rückflug schnitt ich das Reißverschluss-Zugband durch, damit keine Gefahr für Bennie besteht. Das Einchecken in Palma war sehr easy. Ich zeigte den Heimtierausweis vor. Die Mitarbeiterin warf einen kurzen Blick auf Bennie und die Tasche und schon erhielten wir die Bordkarten.

Im Flieger leider das gleiche Spiel wie auf dem Hinflug. Das Hineintragen in das Flugzeug war kein Problem Etwas später kämpfte er sich wieder aus der Tasche heraus und legte sich entspannt im Fußraum, während ich seine Leine mit ständig gebeugtem Rücken kurzhielt. Es war dunkel und Bennie hat schwarzes Fell, so dass dies erst nach einiger Zeit dem Steward auffiel. Seine Strenge werde ich nie vergessen. „Was meinen Sie was Sie für einen Ärger bekommen, wenn Ihr Hund auch nur einmal einen Passagier in das Bein zwickt!!!!Er muss in die Box, das sind die Regeln!!!!“.

Schließlich kamen wir in Düsseldorf an. Puuuh!

Fazit:

Wenn der Hund nicht den ganzen Flug lang in der Box bleibt, hat das Fliegen keinen Sinn. Es ist Stress für alle Beteiligten. Ich hatte mir alles einfacher vorgestellt und im Fall des Falles mit dem Verständnis der Stewardessen gerechnet. Doch Regeln müssen eingehalten werden.

Zu Hause ist wieder Boxentraining angesagt, diesmal mit Auto und Bahn. Erst, wenn das über längere Zeit gewährleistet ist, würde ich noch einmal mit Bennie in ein Flugzeug steigen.

Eine Freundin berichtete nun, dass Ihr Kollege mit seinem bellenden Hund in das Flugzeug stieg. Als er auf seinem Sitzplatz saß, wurde er vom Pilot wieder aus dem Flieger geschickt. Deshalb: Nehmt es nicht auf die leichte Schulter.

Bennie fühlt sich wohl auf Mallorca